Lebensrettender Überzieher: Bei Panne und Unfall mit Weste geringeres Unfallrisiko, Warnweste immer griffbereit im Auto deponieren. Ohne: Bußgelder bis zu 1.375,-€ drohen.
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Stuttgart/Schwerin (DEKRA/GTÜ/pb):
Bei Fahrten ins Ausland sollten Autofahrer nach dem Rat von DEKRA und GTÜ immer auch eine Warnweste griffbereit dabei haben. Mittlerweile ist der schützende Überzieher in zahlreichen europäischen Ländern vorgeschrieben.

Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder:

Sicherheit geht vor – in vielen europäischen Ländern gehört nun neben einem Warndreieck auch eine Warnweste mit ins Reisegepäck. Die Warnweste ist keine Schikane, sondern sicherheitsrelevantes Zubehör: Wer eine Warnweste trägt, wird wegen des Licht reflektierenden Materials fünfmal früher wahrgenommen.
Wer bei Panne oder Unfall das Auto verlassen muss, geht ein hohes Risiko ein, vom fließenden Verkehr erfasst zu werden. Viele europäische Länder verlangen deshalb für solche Fälle das Mitführen und Anlegen einer Warnweste.  In Frankreich, Kroatien, Norwegen, Österreich, Portugal und der Slowakei sind Autofahrer verpflichtet, eine Warnweste ständig mitzuführen. In anderen Ländern
gibt es nur eine Tragepflicht bei Panne oder Unfall, so zum Beispiel in Belgien, Bulgarien, Italien, Luxemburg, Rumänien, Slowenien und Spanien.

Die bei Verstößen fälligen Bußgelder können das Urlaubsvergnügen erheblich trüben. So kann die Buße in Portugal bis zu 600,-€ und in Belgien sogar bis zu 1.375,-€ betragen.

DEKRA weist darauf hin, dass die Vorschrift in vielen Ländern auch für Motorradfahrer gilt. Ausnahmen gelten hier unter anderem in Frankreich, Italien, Österreich, Portugal und Spanien. Die gelben, orangefarbenen oder roten Warnwesten müssen die europäische Norm EN 471 erfüllen, die an einem Label an der Innenseite zu erkennen ist.

In Deutschland gibt es noch keine Warnwestenpflicht für Privatleute. Lediglich gewerblich genutzte Fahrzeuge müssen mit Westen ausgerüstet sein.
Aber auch private Autofahrer sollten im Interesse der eigenen Sicherheit immer eine Warnweste im Auto griffbereit haben. Besonders bei Nacht und bei schlechten Sichtverhältnissen verringern sie die Gefahr, dass Personen beim Verlassen des Fahrzeuges vom fließenden Verkehr übersehen und überfahren werden.
Bei Kosten von um zwei Euro für eine Warnweste sollte kein Autofahrer diese Investition für sich und seine Mitfahrer scheuen. Denn sehen und gesehen werden ist im Straßenverkehr überlebenswichtig – und keine Frage der modischen Erscheinung.
Foto: GTÜ