44.000 Zuschauern am Wochenende in der Motorsportarena Oschersleben sahen den ersten Chevi-Sieg durch den Schweizer Alain Menu im Chevrolet Cruze. Die BMW-Piloten Augusto Farfus und Andy Priaulx fuhren in Lauf 2des WTCC-Rennens zum Doppelsieg. 

wtcc2010bild1a.jpgOschersleben (PM/pb): Im ersten WTCC-Rennen konnte Polesetter Augusto Farfus (BMW320 si) den fliegenden Start bis zur ersten Kurve für sich entscheiden. Dann wurde er in Führung liegend beim Anbremsen auf diese berüchtigte Startkurve von Rob Huff wtcc2010bild1.jpg(Chevrolet) angeschoben und kam mit viel Glück und Können noch als Vierter aus der ersten Kurve. Huff, Menu (beide Chevrolet) und Coronel (Seat) kamen vorbei, Yvan Muller (Chevrolet) lag hinter Farfus auf Rang fünf. Rob Huff bekam wegen dieses Schubsers eine Durchfahrtstrafe angezeigt.
In Runde neun gab es dann für den Führenden Rob Huff die schwarze Flagge, er hatte die wtcc2010bild2alainmenu.jpgDurchfahrtstrafe nicht angetreten. Erster Platz nun Teamkollege Menu, der vor Augusto Farfus und Yvan Muller den ersten Sieg eines Chevrolet in der Motorsport Arena erreichte.

Im zweiten Rennen beim stehenden Start sprach alles für den 3-fachen Weltmeister Andy Priaulx im heckgetriebenen BMW 320. Aufgrund seines sechsten Platz im ersten Rennen startete er hinter den Seat-Piloten Norbert Michelisz (8.) und Michel Nykjaer (7.) von wtcc2010bild3startkurve.jpgStartplatz drei. Bereits nach wenigen Metern überholte Priaulx noch vor der Startkurve die zwei frontgetriebenen Seats und ersparte für sich dadurch jegliche Schubserei.
Hinter ihm konnten Michelisz und Nykjaer die Plätze zwei und drei noch ein paar Runden verteidigen, dann „klopfte“ Monteiro heftig bei Nykjaer an, der dadurch einige Plätze verlor. Monteiro bekam wie Huff im ersten Lauf dafür eine Durchfahrtstrafe, die er, anders der Chevi-Pilot auch antrat. BMW-Pilot Farfus ersprintete sich Platz 2, Muller (Chevrolet) Platz 3. Souverän in Front Andy Priaulx (BMW), in dieser Reihenfolge kamen die ersten drei dann auch ins Ziel des 2. Laufes WTCC.
wtcc2010bild5.jpgRob Huff und Gabriele Tarquini fuhren nach ihren Startplätzen 17 und 20 noch weit nach vorne und belegten am Ende Platz 7 und 9, erkämpften damit noch wichtige Punkte für die WTCC-Meisterschaft.

Stimmen Rennen 1: Alain Menu (Chevrolet Cruze, 1. Platz):
„Ich habe lange auf meinen ersten Saisonsieg warten müssen, es war schön, hier als erster Chevy zu gewinnen, das war mir zuvor gar nicht bewusst. Die erste Kurve ist hier immer sehr schwer, da bin ich mir nicht sicher, ob die Strafe für Rob so gerecht ist. Es hat jeder geschoben, da ist es schade für ihn, dass er bestraft wurde.“

Augusto Farfus (BMW 320 si, 2. Platz): wtcc2010augustofarfus.jpg
„Ich habe in der ersten Kurve einen Stoß gemerkt, ich wusste gar nicht, von wem. Danach kam ich als Vierter aus der ersten Kurve und musste ein bisschen aufholen. Die Chevys sind sehr schnell, ich hoffe, dass ich auch im zweiten Rennen auf das Podium fahren kann.“

Yvan Muller (Chevrolet Cruze, 3. Platz):
„Ich habe mich versucht, aus dem Startgedränge herauszuhalten, in dem ich ganz rechts außen gefahren bin, diese Taktik hat sich ausgezahlt.“

Stimmen Rennen 2: Andy Priaulx (BMW 320 si, 1. Platz, neuer Zweiter der Gesamtwertung):
„Von Startplatz drei aus wollte ich natürlich gewinnen. Das war wohl die längste rote Ampel, die ich je gesehen habe – gefühlt zehn Sekunden. Ich hatte die Kupplung schon fast oben, musste sie noch mal etwas treten und hatte schon Angst, nicht los zu kommen, aber dann kam dieser Raketenstart.“

Augusto Farfus (BMW 320 si, 2. Platz, Gesamt-Fünfter):
„Tolles Wochenende, ich hatte einen guten Start und bin froh, Punkte für BMW beim Heimrennen geholt zu haben. Es war klar, dass die Fronttriebler in der ersten Rennhälfte stärker sein würden aber in der zweiten Rennhälfte konnte ich dann noch einige Plätze gutmachen.“

Yvan Muller (Chevrolet Cruze, 3. Platz, weiterhin Führender der Gesamtwertung):
„Das Wochenende war nach dem schlechten Qualifying noch ganz okay. Aber mit zwei dritten Plätzen holt man nicht genug Punkte für die Gesamtwertung. Ich führe zwar noch, aber insgesamt habe ich mir im Vorfeld doch noch etwas mehr erhofft. So ist es aber noch in Ordnung, 13 Punkte Vorsprung sind aber noch kein sicheres Polster, das wird gegen Andy und Gabriele noch ein harter Fight.“

Auch die Rahmenrennen lieferten am Sonntag hochklassigen Motorsport:

Nachdem Dean Stoneman am Samstag bereits das erste Rennen der FIA Formel 2 gewinnen konnte, sicherte er sich auch den zweiten Sieg des Wochenendes, erneut vor dem Litauer Kazim Vasilauskas. Dritter wurde dieses Mal Sergei Afanasiev. Der Deutsche Johannes Theobald wurde 13.

Im Rennen des Seat Leon Eurocup konnte Gabor Weber aus Ungarn das erste Rennen für sich entscheiden. Er verwies den Franzosen Michael Rossi und Duarte Felix Da Costa aus Portugal auf die Plätze. Das zweite Rennen gewann mit Marcos De Diego ein Spanier vor Andrea Larini aus Italien und Lourenco Veiga aus Portugal.

wtcc2010ministartkurve.jpgIn der MINI Challenge konnte Stefan Landmann aus Österreich das erste Rennen von der wtcc2010bildminiplatz123.jpgPole Position aus gewinnen, zweiter wurde Hendrik Vieth, Dritter der Schwede Fredrik Lestrup. Rennen 2 sah dann einen Start-Ziel-Einlauf der ersten drei Piloten.
Auch im Maserati Trofeo gab es zwei komplett verschiedene Podien. Siegte im ersten Rennen noch Sundberg (Schweden) vor Zumerle und La Mazza (beide Italien), waren es im zweiten Lauf Necchi vor Rota (beide Italien) und Ardagna (Venezuela).

wtcc2010bild6geipel.jpgIn der ADAC Procar konnten Charlie Geipel (Toyota; Plauen) und Florian Spengler (Ellwangen; BMW 320si) je ein Rennen gewinnen. Im ersten Lauf folgten Peter Rikli und Rustem Teregulov, im zweiten Lauf hieß die Reihenfolge Forian Spengler, Johannes Leidinger und Charlie Geipel. Foto (8): P. Bohne