Volkswagen hat seinen Bestseller Caddy vom Modell Kastenwagen bis zum Familien-Kombi gründlich überarbeitet. Schon auf den ersten Blick erkennt man am neuen Gesicht die heute typische VW-Front analog zum T5 und Amarok.

Frankfurt/Main (pb): Die erste Generation des Caddy wurde ursprünglich für den nordamerikanischen Markt konzipiert. Der zweisitzige Pritschenwagen war abgeleitet vom VW Rabbit (US-Variante des Golf), er wurde von 1979 bis 1993 gebaut. Auf den europäischen Markt tauchte der Name Caddy 1983 zum ersten Mal auf, gebaut in Sarajevo fast baugleich zum amerikanischen Modell mit Starrachse hinten und Blattfeder. Unterschied: die US-Scheinwerfer waren eckig, das europäische Modell erhielt die runden Scheinwerfern des VW Golf . 1992 beendete der Bürgerkrieg die Produktion in Sarajevo, bis ins Jahr 2006 wurde der Caddy I  noch mit modifizierter Frontpartie in Südafrika gefertigt.

Die zweite Generation des Caddy wurde von 1995 bis 2003 in zwei äußerlich unterschiedlichen Varianten angeboten: als Kastenwagen und Hochdachkombi sowie als Pick-up und Pritschenwagen. Die Pick-up-Version entsprach dem baugleichen Škoda Felicia Pick-up, Kastenwagen und Hochdachkombi waren fast baugleich mit dem Seat Inca.

Die dritte Generation wurde im Jahr 2003 eingeführte, Basis Golf 5 und Touran. Der Caddy hat jedoch eine blattgefederte starre Hinterachse anstatt der Einzelradaufhängung des im Golf V.

caddykombibild3.jpgDer nunmehr neue Caddy feiert am 21. September 2010 seine Weltprtemiere zur IAA Nutzfahrzeuge in Hannover.“Bester Caddy aller Zeiten“, so Pressesprecher Andreas Meuer. Sechs neue TDI- und TSI-Motoren senken die Unterhaltskosten, alle Modellvarianten des neuen Caddy sind serienmäßig mit ESP und Tagfahrlicht ausgestattet. Und auch innen wurde der Caddy aufgewertet: neue Polster, Dreispeichen-Lenkräder und geänderte Instrumente. Dazu eine elektromechanische Servolenkung und die nun komplett herausnehmbare zweiten caddykombibild4seitlicheschiebetuer.jpgSitzreihe. Dadurch vergrößert sich der Laderaum, der durch seitliche Schiebetüren gut zugänglich ist, auf bis zu 3030 Liter (Caddy Maxi 3880 l).
Bis auf den 109-PS-Erdgasmotor sind die Antriebsaggregate neu. Zur Auswahl stehen zwei 1,2-Liter-TSI- Benziner (86 und 105 PS), sowie vier neue Common-Rail-TDI-Motore (75, 102, 110 und 140 PS). Der 75 PS 1,2-Liter Benziner ist etwas schwach, der 105-PS-Turbo mit Fünfgang-Schaltgetriebe geht da bereits viel besser, läuft 169 km/h Spitze und verbraucht nur 6,8 Liter. Je nach Einsatzgebiet und Fahrzeuganforderung sowie mögliche Zuladung (bis 558 kg) kommt aber wohl doch vorrangig einer der stärkeren Dieselmotoren zum Einsatz. Hinzu kommt, dass der 102 PS TDI mit einem 7-Gang-DSG geordert werden kann. Für die 140 PS Diesel-Variante steht das bekannte 6-Gang-DSG zur Option.
Neu sind die vier Ausstattungsvarianten: Startline, Trendline, Comfortline und Comfortline Edition. caddykastenbild2laderaum.jpgGrundsätzlich gibt es dabei nach wie vor zwei Grundkategorien des Caddy: die Stadtlieferwagen (Kastenwagen und Kombi) als klassische Nutzfahrzeuge sowie die für den privaten als auch gewerblichen Einsatz konzipierten Kompaktvans in den oben genannten Varianten. Hinzu kommt noch der Caddy Maxi (plus 47 cm längere Karosserie) und die Varianten mit 4MOTION, BlueMotion Technology und 2,0-Liter Erdgasmotor.
Auch die Tramper Version bleibt im Angebot, Caddy Kombi mit fünf oder sieben Sitzen.
Die simple hintere Blattfeder-Starrachse gibt sich unbeladen schon etwas steifbeinig/poltrig, insgesamt aber ist das Fahrverhalten des Caddy gutmütig und sicher – auch dank der serienmäßigen Ausstattung aller Modelle mit ESP. Den kleinen „Wolfsburger Lastesel“ Caddy gibt es ab 13.595,-€ o. MwSt./16.178,05 mit MwSt. (Caddy caddykastenbild1.jpgKastenwagen 1.2 TSI).
Familien-Caddy (Kombi) ab 16.903,95 € (Caddy Startline 1.2 TSI, 5-Sitzer). Der neue Caddy steht ab 25. September 2010 beim VW-Händler. Foto (5): P. Bohne
Fazit nach ersten Fahrkilometern: Wohl wahr, es ist der beste Caddy aller Zeiten. Ideal für caddybild5cockpit.jpgden gewerblichen City-Verkehr: 1,6-Liter TDI (75kW/102 PS) mit 7-Gang-DSG. Spritzig und dabei auch noch sparsam, Verbrauch lt. Werksangabe: 5,6 bis 5,8 Liter pro 100 km; CO2–Emission kombiniert 147 bis 152 g/km.