Rallye Argentinien ist der dritte Start im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaft 2013 für den Mecklenburger. Großes Duell VW vs. Citroen – Ogier vs. Loeb.

Severin/Schwerin (pb): Am vergangenen Freitag startete Armin Kremer über den großen Teich Richtung Argentinien nach Buenos Aires und weiter nach Cordoba. Anschließend geht es mit einem Mietwagen ins 120 Kilometer entfernte Villa Carlos Paz, dem Zentrum des WM-Laufes Rallye Argentinien vom 01. bis 04. Mai 2013.
arminkremerbild6.jpgEs ist bereits Kremers dritter Start im Land der Goachos, so richtig glücklich wurde er bisher dort in Übersee nicht. 2011 stoppten ihn technische Probleme – Abriss Oelpumpe und ein damit abgestorbenes Triebwerk, Ausfall kurz vor dem Ziel nach drei harten Tagesetappen. Vor Jahresfrist zunächst eine gebrochene Spurstange in der ersten Tagesetappe. Dann lief es prima, Kremer gelang sogar noch eine Gruppe-N Bestzeit in der WP 19 „Super Power Stage“. Am Ende platzierte er sich auf Gesamtrang 21.
Nachdem der Veranstalter im letzten Jahr eine „Marathon“-Streckenlänge über 1.784 Kilometer mit 19 Wertungsprüfungen (503 WP-Kilometer) und damit die längste und härteste Veranstaltung im WM-Kalender 2012 anbot, erfuhr die neue Auflage 2013 eine deutliche Kürzung. Die Rallye Argentinien beginnt bereits am Mittwoch (01. Mai) mit dem Qualifying und endet am Samstag, d. 04.05.2013. Insgesamt stehen nur 14 Prüfungen mit einer Gesamtlänge von 407,64 Kilometer auf dem Programm.

Armin Kremer, einziger deutscher Starter mit Co-Pilot Klaus Wicha (Bad Karlshafen) an seiner Seite, will sich gegen seine Mitwettbewerber behaupten und die Produktionswagen-Wertung gewinnen.
In Monte Carlo lief alles wie am Schnürchen, in Mexiko abermals Bruch der hinteren Spurstange. Vor seinem dritten von insgesamt sieben WM-Auftritten 2013 ist Armin Kremer hoch motiviert. „Ich hoffe,  dass wir trotz starker Konkurrenz gut aussehen können. Schließlich bin ich das dritte Mal in Folge beim WM-Lauf Rallye Argentinien am Start. Wenn da nichts geht wäre ich schon enttäuscht“, sagte Mecklenburgs Top Rallyefahrer kurz vor dem Abflug. „Aber trotzdem wird es eine richtig harte Nummer. Ich bin fit, gut vorbereitet und freue mich richtig auf Argentinien.“

Einen Test absolvierte Armin Kremer im März in Österreich, fuhr in einem Stohl-Subaru Impreza rund 200 Kilometer, allerdings auf Asphalt. „Es war gut, mal wieder etwas länger hinterm Lenkrad  zu sitzen, wir probierten ein neues sequentielles Getriebe, welches Subaru im Juni durch die FIA homologieren möchte“, so Kremer.

Sein eigenes Einsatzauto blieb nach der Rallye Mexiko in Übersee, wurde nach Argentinien transportiert, wurde dort komplett überholt und auf den Argentinien-Start vorbereitet. Kremer flog bereits Freitag (26. April) letzter Woche nach Argentinien, um am Wochenende auf Schotter zu testen und an der finalen Abstimmung zu feilen. „Nichts geht über einen abschließenden Schottertest vor Ort. Wie wichtig das ist, haben wir in Mexiko gesehen. Die Seekiste mit unserem Rallyeauto kam verspätet, kein Test mehr möglich. Folge war, dass wir am 1. Etappentag einfach nicht die WP-Zeiten der Mitwettbewerber erreichten konnten“.

Für die Rallye Argentinien hat sich Kremer ein klare Ziele gesteckt: „Ich werde angreifen und versuchen, die Produktionswagen-Wertung zu gewinnen. Nicolas Fuchs arminkremerbild6a.jpg(PER/Mitsubishi  Lancer Evo 9) hat mit seinen Siegen in Mexiko und Portugal vorgelegt. Ihn müssen wir im Schach halten, aber neben dem Peruaner sind auch andere schnelle Südamerikaner wie Marcos Ligato (ARG/ Subaru) am Start. Sicherlich, einfach wird es nicht. Aber nach dem Pech in Mexiko sind wir  unter Zugzwang. Der Erfolg bei der Monte war kein Zufall, daran müssen/wollen wir anknüpfen.“
Im ersten WM-Lauf der Saison 2013 platzierte sich das Subaru-Team Armin Kremer/Klaus Wicha auf Gesamtrang 11 und gewann die Prodaction-Wertung im von Stohl-Racing vorbereiteten Subaru Impreza STi.

Nach drei aufeinander folgenden WM-Siegen steht das VW-Team mit Spitzenfahrer Sebastien Ogier (VW Polo R WRC) vor dem großen Duell mit dem neunfachen Rallyeweltmeister Sebastien Loeb (Citroen DS3 WRC). Loeb startet diesjährig nur noch sporadisch, absolviert keine komplette Saison.
Foto (2): P. Bohne