Vergleicht man die verschiedenen Führerscheinausbildungen in Europa, wird man den grössten Unterschied im Preis feststellen. Während man in der Schweiz am meisten ablegt, zahlt man in Osteuropa am wenigsten. Aber auch andere Faktoren wie die Qualität der Ausbildung, der Ablaufzeitraum und die Probezeit weisen Unterschiede im Führerscheinvergleich auf.

Der Hauptunterschied liegt im Preis

Der grösste Brocken beim Preis für die Fahrerlaubnis sind die Fahrstunden. Während das generelle Lohnniveau in den verschiedenen Ländern natürlich auch eine Rolle spielt, kann die verpflichtende Anzahl an Fahrstunden der entscheidende Faktor bei den Kosten sein. Spitzenreiter ist die Schweiz, obwohl hier gar keine bestimmte Mindestzahl an Fahrstunden vorgeschrieben ist; über 3000 Euro muss man für den Führerschein berappen. Ähnlich hoch sind die Kosten in Norwegen. Selbst mit Werten zwischen 1500 und 2000 Euro sind Länder wie Deutschland, Irland, die Niederlande und Dänemark noch gut im Rennen. Viele junge Menschen werden darum abgeschreckt, sich eine Fahrerlaubnis zu besorgen. Fahrschulen wirken hier entgegen und versuchen die Schüler aktiv durch viel Unterstützung zu motivieren und bieten wie z. B. ein Fahrlehrer in Bern Geschenkgutscheine im Wert einiger hundert Euro an. In Osteuropa kommt man bei der Fahrausbildung preislich wesentlich glimpflicher davon. In Bulgarien ist man mit 100 Euro dabei und auch in Tschechien kommt man mit 300 Euro günstig an eine Fahrerlaubnis. Auch Lettland mit 400 Euro und Estland mit 500 Euro dürfen sich zu den billigen Ländern in Europa zählen.

Führerscheintourismus

Um bei den Kosten zu sparen, kann man aber nicht einfach den Führerschein an einem anderen Ort oder gar in einem anderen Land machen. Bei Führerscheinneulingen steckt der Gedanke dahinter, dass man die örtlichen Gegebenheiten, auf die man auch in Zukunft treffen wird, kennenlernt und mit diesen übt, vor allem für den Stadtverkehr ist das wichtig.
Möchte man Autofahren lernen und wohnt in einer Grossstadt, so sollte man sich freuen und diese Chance nutzen und sich nicht mit leichten Verkehrssituationen auf dem Land die Fahrerlaubnis beschaffen.

Ein weiterer Punkt ist der sogenannte Führerscheintourismus, dem zu einem gewissen Grad ein Ende gesetzt wurde. Meist nach dem Führerscheinentzug sind die Leute nach Osteuropa gefahren, um dort günstig an einen neuen Führerschein zu kommen und somit gleichzeitig dem, wie es der Volksmund bezeichnet, «Idiotentest» zu entkommen. Um abseits vom Heimatort den Führerschein machen zu können, muss man dort mindestens ein halbes Jahr gemeldet sein.

Wann darf ich meinen Führerschein machen?

Wenn es um die Frage geht, wann man zur Führerscheinprüfung antreten darf, sind sich die Länder in Europa weitestgehend einig, dass dies mit 18 Jahren geschehen soll. Während beispielsweise in Griechenland aufgrund der hohen Unfallrate auch nicht über eine Senkung des Alters diskutiert wird, kann man in vielen Ländern bereits mit 17, vereinzelt wie beispielsweise in Österreich, Schweden oder Frankreich sogar mit 16, mit der Fahrausbildung beginnen. Wer wie in Belgien, Spanien oder Grossbritannien bereits mit 17 hinters Steuer darf, braucht genauso wie in Deutschland eine gesonderte Fahrerlaubnis und vor allem einen Begleitfahrer. Dieser muss in aller Regel seit mindestens fünf Jahren selbst fahrberechtigt sein, ebenso wie ein gewisser Promillewert von ihm als Beifahrer nicht überstiegen sein darf.

… einen hab’ ich noch!

Mit dem Erwerb des Führerscheins ist die Sache aber in den meisten Ländern in Europa noch nicht beendet. In fast allen Ländern Europas ist eine Probezeit vorgesehen, die zwischen zwei (z. B. Deutschland) und fünf (z. B. Grossbritannien) Jahren andauert. Welche Einschränkungen in dieser Zeit auferlegt werden, ist auch in allen Staaten unterschiedlich. Während man beispielsweise in Tschechien und Ungarn ein striktes Alkoholverbot hat, darf man in anderen Ländern wie in Albanien 0,1 oder in Polen 0,2 ‰ Alkohol im Blut haben. In Frankreich gibt es z. B. auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung für Fahrneulinge. Eine Weiterbildung nach dem Führerscheinerwerb durch Überprüfungsfahrten und Fahrsicherheitstrainings ist in beispielsweise in der Schweiz oder in Österreich vorgeschrieben.

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