Rallye WM-Starter Armin Kremer (Severin) lässt den Subaru Impreza WRX STi stehen und steigt um in einen Ford Fiesta RRC von Stohl Racing.

Severin/Schwerin (pb): Sein Saisonziel 2013, den Gewinn der Produktionswagen-Weltmeisterschaft, hat Armin Kremer nach dem 2. Platz im WM-Lauf Italien (SVZ berichtete) hinter dem Peruaner Nikolas Fuchs abgeschrieben. Auf Sardinien hätte sich Kremer vor dem Mitsubishi-Piloten platzieren müssen, um sich noch die Titelchance offen zu halten. Aber anstatt nun vorzeitig die Flinte ins Korn zu werfen, rüstet der Mecklenburger auf und wird zum WM-Lauf Rallye Deutschland (22. bis 25. August) mit einem Ford Fiesta RRC (WRC2) starten. Der Ford Fiesta Regional Rally Car (RRC) ist eine Variante des Fiesta RS WRC. Sowohl der Fiesta RS WRC wie der Fiesta RRC teilen sich die gleiche DNA, aber der RRC ist mit einer 30 mm Ansaugdrosselung (statt 33 mm) und aerodynamischen Modifikationen für die regionale Rallye-Meisterschaft versehen. Sein 1,6-Liter Turbo-Triebwerk leistet knapp über 300 PS, .
Der WRC-Tross absolvierte das erste Augustwochenende den 8. Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft in Finnland. Sieger: Sebastien Ogier, WV Polo R WRC. Planmäßig war hier kein Start von Armin Kremer vorgesehen.
Um sich an das neue Sportgerät zu gewöhnen, wird Armin Kremer nicht nur einen Testtag mit Stohl-Racing einlegen, sondern auch beim ÖRM-Lauf in fordfiestarrcbild1.jpgWeiz/Österreich (08.- 10.08.2013) an den Start gehen.

Kremer: „Da mein Stamm-Co Klaus Wicha dort neben Raimund Baumschlager (derzeit Leader in der ÖRM/Skoda Fabia S2000) sitzt, werde ich mit meinem früheren Beifahrer Timo Gottschalk (Rheinsberg) fahren“. Mit Gottschalk an seiner Seite absolvierte Kremer 2004 sechs Läufe zur APRC-Serie (Asia-Pazific-Rally-Championsship) und konnte im Mitsubishi Lancer Evo 7 den Vizemeistertitel einfahren.
Die Rallye Weiz ist der sechste von acht Läufen zur österreichischen Staatsmeisterschaft. Zu absolvieren sind 14 Wertungsprüfungen über 195 Kilometer. „Diese rund 200 WP-Kilometer sollten reichen um zu wissen, wohin es mit dem Fiesta geht“, erklärt Kremer.

Auch Skoda-Pilot Sepp Wiegand (Zwönitz/Erzgebirge) testet vor der Rallye Deutschland. Sein Start zur Rallye Eisenach (09.-11.08.) dient vor allem dazu, auf den anspruchsvollen Prüfungen im Thüringer Wald verschiedene Einstellungen seines von Skoda Deutschland eingesetzten Fabia S2000 auszuprobieren. Knapp zwei Wochen nach der Rallye Wartburg steht mit dem deutschen WM-Lauf das Saisonhighlight im Programm des jungen Sachsen, dort will er um den Sieg in der WRC2 kämpfen.

Die Konkurrenz in der WRC2 zur ADAC Rallye Deutschland ist groß, trotzdem peilt Kremer einen Platz auf dem Podium an: „Bei dieser Rallye ist alles möglich. Wer weiß schon, wie der Pole Robert Kubica (Citroen DS3 RRC/9.Gesamtrang WM-Lauf Italien) auf der Panzerplatte Baumholder klar kommt? Skoda-Pilot Sepp Wiegand ist da schon besser einzuschätzen, er hat allerdings richtig Druck. Ein WM-Lauf zuhause ist gerade für die heimischen Fahrer eine verzwickte Nummer. Er sitzt in einem Top-Skoda Fabia S2000 und muss seine Heimchance nutzen – befreit auffahren ist etwas anderes“, so die Einschätzung Kremers.
Sepp Wiegand (22 Jahre) und Armin Kremer (44), und noch ein dritter junger deutscher Starter in der WRC2: Mark Wallenwein, (26 Jahre, Stuttgart, Skoda Fabia S2000).

Das WRC2-Klassement der Rallye Deutschland wird aus einheimischer Sicht sicherlich besonders spannend – und Armin Kremer muss sich gegen die deutschen „jungen Wilden“ mit viel Speedpower behaupten. Foto: Repo P. Bohne

Nachsatz: Auszug PR-Meldung 08.08.13 / Rallye Weiz:
Beeindruckt zeigte sich auch Armin Kremer. „Sehr anspruchsvoll, besonders auf den Schotterteilen dazwischen geht es ganz schön flott durch den Wald. Aber das macht den Reiz dieser Rallye ja aus.“ Der Deutsche testet in Weiz mit einem Ford Fiesta RRC (Regional Rally Car, die abgespeckte Form eines World Rally Cars) von Stohl Racing für den kommenden WM-Lauf in Deutschland, wo er damit in der WRC-2-Wertung starten will. „Ich sitze zum ersten Mal in diesem Auto. Ein phänomenales Gefühl, nicht vergleichbar mit dem Gruppe-N-Subaru, mit dem ich bisher unterwegs gewesen bin“, beschreibt Kremer seinen ersten Kontakt mit der Rakete.
Angesichts dieser Kennenlern-Phase gibt sich der 45-Jährige, was die Erwartungen bei der Rallye Weiz morgen und übermorgen betrifft, auch relativ vorsichtig. „Jetzt wird einmal wichtig sein, dass wir die Straße treffen. Alles andere wird man dann schon sehen.“