Die ersten Automobile baute ŠKODA 1905. Alles begann mit der Voiturette mit einem 1005 cm³ großen, wassergekühlten, 7 PS starken Zweizylinder. Kurze Zeit später folgte der Typ B mit 9 PS und 1399 cm³. Letztes Motorsportmodell aus Mladá Boleslav mit Heckmotor war der Skoda 130 LR (1986)

Mlada Boleslav (pb): Die Modelle 130 LR und 130 L/A waren die letzten ŠKODA Rallye-Fahrzeuge mit Heckmotor. Knapp zehn Jahre nach der Premiere des ikonischen Coupés ŠKODA 130 RS stand mit dem ŠKODA 130 LR die nächste Generation von Rallye-Fahrzeugen aus Mladá Boleslav am Start. Mit Heckmotor und -antrieb war der ŠKODA 130 LR vergleichsweise unkonventionell konzipiert. Das einzige Fahrzeug auf der Strecke mit einem ähnlichen technischen Konzept war der Porsche 911. Die Entwicklung des 130 LR begann, nachdem die Abschaffung der Gruppe 2 der langen, erfolgreichen Karriere des Typ 130 RS ein Ende gesetzt hatte. Die Konstrukteure in der Motorsportabteilung von ŠKODA entwickelten etliche Innovationen. Der Motor mit 1,3 Liter Hubraum erhielt einen neuen Achtkanal-Zylinderkopf aus Aluminium. Mit zwei Weber-Doppelvergasern leistete das Aggregat 130 PS, die über ein Fünfganggetriebe und ein selbsthemmendes Differenzial auf die Hinterräder übertragen wurden. Die 130 PS beeindruckten insbesondere aufgrund des geringen Leergewichts des ŠKODA 130 LR von nur 730 Kilogramm. Hauben und Türen waren aus Aluminium gefertigt, die Seitenscheiben und später auch die Heckscheibe bestanden aus Macrolon-Plexiglas. Alles, was nicht unbedingt notwendig war, wurde aus dem Fahrzeug entfernt. Für den Schutz der Insassen sorgte ein Leichtmetall-Schutzrahmen von HEIGO. Für eine bessere Beherrschbarkeit sorgte im 130 LR eine neue Hinterachse mit modifizierter Kinematik. Sie ermöglichte es, die Bodenfreiheit zu verändern und einen Stabilisator zu installieren. Weiterhin wurden die Vorderradaufhängung modifiziert und Anpassungen am Bremssystem vorgenommen. Die vorderen Bremsscheiben waren gekühlt und an der Hinterachse kamen als weitere technische Neuerung Scheibenbremsen zum Einsatz. Das Wirkungsverhältnis der Bremsen vorne und hinten ließ sich einstellen, auch die hydraulische Handbremse war eine Innovation.                                                                                                                                                                                           Die Homologation des ŠKODA 130 LR fand durch die FIA fand am 19. Dezember 1984 im Werk Vrchlabí statt. Zum Debüt des LR auf der Rallye-Piste kam es bereits im Februar des darauffolgenden Jahres. Bei seiner Premiere, der Rallye Valašská zima im Jahr 1985, belegte der ŠKODA 130 LR mit den Fahrerteams Křeček/Motl, Haugland/Bohlin und Kvaizar/Janeček auf Anhieb die drei vordersten Plätze. Seinen ersten großen internationalen Erfolg fuhr der ŠKODA 130 LR bei der berühmten britischen RAC Rallye Ende 1985 ein. Hier eroberte der norwegische Pilot John Haugland den 15. Platz der Gesamtwertung. Infolge fataler Unfälle in der Saison 1986 hatte die FIA bereits gegen Saisonende die Entscheidung getroffen, die Gruppe B einzustellen, was praktisch gleichbedeutend war mit dem Ende der internationalen Karriere des 130 LR. Er fuhr in der Folge noch zwei Jahre in der tschechoslowakischen Meisterschaft, das Team Pavel Sibera/Petr Gross errang in der Saison 1988 den letzten Meistertitel in einem Fahrzeug mit Heckmotor.                    In dieser Zeit nahm das Werksteam bereits mit den für die Gruppe A modifizierten Fahrzeugen vom Typ Š 130 L mit geringeren Anpassungen an internationalen Rennen teil. Gleichzeitig lief die Produktion des neuen Kurzheckmodells FAVORIT mit Frontmotor an und die Konstrukteure legten den Fokus auf die Entwicklung eines neuen Rallye-Fahrzeugs mit Frontantrieb.
Vor 120 Jahren präsentierte das Unternehmen Laurin & Klement aus Mladá Boleslav am 18. November 1899 erstmals Motorräder mit Einzylindermotoren, die im eigenen Haus entwickelt wurden. Nur wenige Jahre später folgten quer gelagerte Zweizylinder sowie die für die damalige Zeit einzigartigen Reihenvierzylinder. Bereits 1905 debütierte mit der Voiturette A das erste Automobil aus Mladá Boleslav. Schon bald bereicherten zahlreiche fortschrittliche Motoren für Kraftfahrzeuge, Flugzeuge und andere Einsatzzwecke das Portfolio des tschechischen Unternehmens, das nächstes Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiert. Auf Rennstrecken und im tagtäglichen Einsatz weltweit stellten die Eigenentwicklungen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Im Volkswagen Konzern spielt ŠKODA eine bedeutende Rolle bei der Motorenentwicklung und -produktion. Die Motorenfertigung begann vor 120 Jahren mit einem Einzylindermotor. Im Frühling 1899, nicht einmal vier Jahre nach Gründung der Gesellschaft Laurin & Klement, wurde das Fahrradangebot um einen Zusatzbenzinmotor ergänzt. Bereits am 18. November 1899 stellte das junge Unternehmen ein Motorrad mit selbst konstruiertem Motor vor: den Slavia Typ A in verschiedenen Leistungsstufen von 1,25 PS beziehungsweise 1,75 PS. Im September 1904 wurde ein Lizenzvertrag für die Herstellung von L&K Motoren in Dresden unter der Marke ,Germania‘ unterzeichnet. Im gleichen Jahr entstand eines der weltweit ersten Motorräder mit Vierzylindermotor, der Laurin & Klement Typ CCCC mit vier gekoppelten Einzylinder-E2inheiten. Mit der technischen Weiterentwicklung des Motors im Jahr 1905 verfügte er bereits über eine gemeinsame Kurbelwelle, das Hinterrad wurde statt durch einen Lederriemen mit einer Metallkette angetrieben. Die Ära der Motorräder von Laurin & Klement, die sich bis 1910 fortsetzte, fand im Frühling 1905 ihren Höhepunkt, als L&K die inoffizielle Weltmeisterschaft im französischen Dourdan gewann. Vom Motorrad zum Automobil: Im April 1905 wurde in Prag erstmals ein Automobilmotor aus Mladá Boleslav präsentiert, der im Herbst in der L&K Voiturette A zum Einsatz kam, dem ersten Auto der Marke. Der wassergekühlte V2/55°-Motor der Einliterklasse hatte eine Leistung von 5,2 kW (7 PS). In den folgenden beiden Jahren wurden auch Reihenmotoren mit zwei und vier Zylindern entwickelt. Der Reihenachtzylinder des Typs FF (1907) war der erste seiner Art in Mitteleuropa und ein Ergebnis dieser Entwicklung. Die Zusammenarbeit mit dem Erfinder František Křižík mündete in einem Hybridfahrzeug auf Basis des Typ E mit zwei Gleichrichter-Elektromotoren. 1929 begann in Mladá Boleslav die Fließbandproduktion von Motoren; das Topmodell im Angebot war der ŠKODA 860 mit Reihenachtzylindermotor. Flaggschiff war der von einem Reihensechszylinder angetriebene ŠKODA SUPERB. Mit ihrer konsequenten Weiterentwicklung legte ŠKODA den Grundstein für zuverlässige Motoren in der Nachkriegszeit. Eine revolutionäre Änderung für den tschechischen Automobilhersteller brachte der Motor des ŠKODA 1000 MB. Sein Motorblock wurde nach ursprünglich tschechischem Patent in Aluminium-Druckguss hergestellt, dadurch konnte das Gesamtgewicht des Motors sehr gering gehalten werden. Diese fortschrittliche Fertigungstechnologie bewährte sich auch im Motorsport, etwa im ŠKODA 130 RS, der bei der Rallye Monte 1977 seine Klasse gewinnen konnte.

120 jahre skoda Das innovative Motoren- und Produktionskonzept wurde auch nach der Einführung der neuen Generation von ŠKODA Fahrzeugen mit Frontantrieb, dem ŠKODA FAVORIT im Jahr 1987, beibehalten. Nach der Eingliederung von ŠKODA in den Volkswagen Konzern im Jahr 1991 lieferte der Automobilhersteller aus Mladá Boleslav bereits ab 1997 Motoren an andere Volkswagen Konzernmarken. Die Antriebseinheiten aus eigener Konstruktion waren zunächst 1,0 Liter-Aggregate mit 37 kW (50 PS), im Jahr 2001 startete die Produktion von 1,2 HTP-Dreizylindermotoren, die auch in den Modellen VW Fox, VW Polo und Seat Ibiza zum Einsatz kamen. Acht Jahre später folgte mit dem 1,2 TSI eine neue Generation wirtschaftlicher und  umweltfreundlicher Vierzylindermotoren mit Direkteinspritzung. Am 4. September 2014 wurde in Mladá Boleslav das neue Motorenzentrum in Betrieb genommen, das die Kompetenz von ŠKODA AUTO bei der Entwicklung von Antriebseinheiten weiter stärkt. Jüngstes Aggregat ist der seit 2018 gebaute 1,0 MPI EVO mit Leistungswerten von 48 bis 59 kW (65 bis 80 PS). Die bei ŠKODA AUTO in Mladá Boleslav entwickelten Drei- und Vierzylindermotoren mit MPI-Einspritzung werden weltweit mehr als zwei Millionen Mal pro Jahr produziert und verbaut. Alle von ŠKODA AUTO entwickelten Triebwerke erfüllen die aktuellsten Anforderungen und Emissionsvorschriften des jeweiligen Bestimmungslandes. Ihr großes Know-how unterstreichen die ŠKODA Ingenieure auch mit der Beteiligung an der Entwicklung des Rennsportmotors für das erfolgreiche Rallye-Fahrzeug ŠKODA FABIA R5 (Foto: P.Bohne)