Opel führt auf der ganzen Linie neue kleinere, effizientere und besser zu fahrende Motoren ein. 1,6er Diesel und Benziner lösen die größeren, schwereren Vorgänger ab. Dreizylindermotore sollen folgen.

Hamburg (KB/pb): Opel steckt mitten in der größten Erneuerungsphase seiner Geschichte. Bevor der nächste Schub interessanter Autos anrollt, steht die Erneuerung der Antriebs-Systeme auf der Tagesordnung. Zwar noch mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren, aber den besten im jeweiligen Segment. Das ist keineswegs abwegig. Wenn man erlebt hat, wie Rüsselsheimer Ingenieure die Generation betagter Vorgänger gesund pflegen musste, wundert man sich nicht, dass deren Neuentwicklung nun gleich an die Spitze rückt.

Parole Flüsterdiesel

Ziel des Diesel-Verfahrens ist es seit jeher, so viel wie möglich Energie aus jedem Tropfen Kraftstoff zu holen. Das ist inzwischen mit höchsten Anforderungen an Laufkultur und Verträglichkeit mit der Umwelt verbunden. So nutzt Opel die neuesten Motorenbau-Trends, stellt sich der Forderung nach Downsizing und hat sich für einen Hubraum von 1,6 Liter entschieden, will so die bisherigen 1,7- und 2-l-Motoren ersetzen.

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Die neuen Diesel haben neben einer anspruchsvollen Motorsteuerung ein innovatives Einspritzsystem, das bis zu zehn Einspritzvorgänge pro Takt unter 2000 bar Druck, feinste Zerstäubung und saubere Verbrennung schafft. Für die Mengensteuerung werden dabei Signale von Drucksensoren in den Glühkerzen genutzt. Der wassergekühlte Turbolader sorgt für die Ladedrücke bis 1,7 bar, was der Durchzugskraft zugute kommt.
Opel baut den 1,6er Diesel mit 95, 110 oder 136 PS, wobei letzter an die Leistungsspitze seiner Klasse rückt und die 1,6er Diesel von VW und PSA in den Schatten stellt. Gefahren im 1.700 kg schweren Zafira Tourer erwies sich bereits die mittlere Version als ausreichend stark und blieb für einen Diesel wirklich flüsterleise. Nur die kleine Anfahrschwäche, die den Begriff Turboloch nicht rechtfertigt, sollten die Opel-Leute noch in den Griff bekommen.

200 PS und keiner hört sie

Auch ein sportlicher Astra muss erschwinglich bleiben, heißt es seit eh und je bei Opel. Mit einer Preisdifferenz von 2.700,-€ tritt der Astra GTC gegen den Golf GTI an, nun mit einem auf 20 PS verringerten Leistungsmanko. Wir fuhren ihn mit dem neuen 1,6er Turbobenziner (200 PS) stellvertretend für die Insignias, Astras, Zafiras und Cascadas, die ebenfalls mit ihm und mit der 170-PS-Version zu haben sind.
Zunächst verlieren der GTC und seine Geschwister jene Rauhigkeit, die der vorigen Motorengeneration nicht abzugewöhnen war. Der neue 1,6er tut sich im Gegenteil durch besonders leisen Lauf und angenehmen Klang hervor, Ergebnis von Opels Sound-Engineering. Dabei tritt der GTC vehement wie ein echter Sportler an, lässt sich vom GTI nur um 1,4 Sekunden beim Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 abhängen und kommt in der Spitze bis auf 16 km/h an besagten VW heran. Leider muss sich der GTC auch im Normverbrauch um sechs Zehntel vom GTI geschlagen geben. Was aber weniger am Motor liegt, der dank Direkteinspritzung durchaus sehr effizient arbeitet. Hier wirken sich vielmehr die über 150 Kilogramm Mehrgewicht aus, die der GTC und mit ihm alle Astras mit sich herum schleppen.
Das ist Opels nächste Baustelle. Bisher unterbliebene Investitionen in neue Karosserie-Leichtbautechnik kann erst nachgeholt werden, wenn es der Modellwechsel zulässt. Die neuen Dreizylinder-Turbomotoren hatte Opel noch nicht parat, wird sie aber in kürze vorstellen. Schließlich steht der neue Corsa ja schon vor der Tür. Foto (4): Opel