Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rechnet mit einem Verlust von 4 Mrd. DM, eine Tarifanhebung der Versicherungsbestände zum 1. Januar 2001 wird kommen. Die bereits lange angekündigte Reform der Kasko-Versicherung kommt 2001 auf den deutschen Markt.

München (pb): Nach Auffassung des Vorsitzenden des Hauptausschusses Schaden des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft e.V., Dr. Bruno Gas, bleibt die Ertragslage der deutschen Versicherungsunternehmungen weiterhin angespannt. Trotz Wachstum der Beitragseinnahmen um 1% auf 94,3 Mrd. DM – diese wird im Wesentlichen von der Autoversicherung getragen -, sei erneut mit einem Verlust in Höhe von knapp 4 Mrd. DM zu rechnen. Da der Schadensverlauf sich nicht verbessere, ist eine Tarifanhebung der Bestände zum 01.01.2001 unausweichlich, betonte Dr. Gas. Die Schadenshäufigkeit stieg 1999 von 83 auf 85 Schadensfälle pro 1000 Fahrzeuge.

Dr. Gas hob in der Jahrespressekonferenz „Schaden- und Unfallversicherung“ die Bemühungen der Autoversicherer um einen besseren Pannen- und Unfallservice auf Deutschlands Straßen hervor. Da nun auch nach den Autobahn Notrufsäulen die rund 5000 Notruftelefone der Björn-Steiger-Stiftung an Bundes-, Land- und Kreisstraßen auf die Call-Center der Versicherungswirtschaft geschaltet wurden, sei erstmals eine kompetente Betreuung aller Notrufe mit einheitlichen Standards möglich. Außerdem sind die Call-Center auch unter der Vanity-Nummer 0800-NOTFON D (0800-668 366 3) erreichbar.
Die lange angekündigte Reform der Kaskoversicherung wird ab 2001 auf den Markt kommen. Kern der Reform ist in der Teilkasko die Einführung eines Schadenfreiheitsrabatts und in der Vollkasko die Einführung des Fahrzeugalters als zusätzliches Tarifmerkmal. Wildschäden werden künftig nur noch bei Vollkasko-Versicherungsschutz ersetzt.

Da die Vollkasko-Versicherung eine Zeitwertversicherung darstellt, lohnte sich bisher eine Vollkasko ab Fahrzeugalter 4 bis 6 Jahre kaum noch. Dies wird nun für den Verbraucher ab 2001 günstiger, die Vollkasko für Gebrauchte wird sicherlich preiswerter.

04. Juli 2000
Peter Bohne